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Er massiert Weltmeister PDF

Von Wolfgang Braun (Text und Foto)

Carolin Daniels (18) hat im Doppel bereits den Sprung auf die Tennisweltrangliste der Frauen geschafft. Im Einzel fehlt ihr noch ein Punkt. Der Bad Driburger Physiothepaut Marco Conga hilft ihr dabei durch sachgerechte Betreuung. Foto: Wolfgang Braun

Bad Driburg (WB). Diskret abgeschirmte Prominenz ist auf der anderen Seite der Brunnenallee, im Gräflichen Parkhotel, keine Seltenheit. Aber auch bei dem Physiotherapeuten Marco Congia gibt sie sich jetzt häufig ein Stelldichein. Er behandelt auch internationale Spitzensportler.
Schräg gegenüber der Einfahrt zum Gräflichen Park hat Anfang Oktober der Physiotherapeut Marco Congia (33) die Praxis "Physiotherapie am Kurpark" gemeinsam mit zwei Podologinnen eröffnet. Unter den Sporttherapeuten nimmt der sympathische Mann italienischer Abstammung eine Spitzenstellung ein. Unter anderem betreute er bei der Fußball-WM 2006 Torhüter und Verteidiger der italienischen Nationalmannschaft. Sie wurde bekanntlich Weltmeister. Auch in Bad Driburg machte er Ende vergangener Woche noch Bundesligaspieler für Spiele am Sonntag fit. "Namen verrate ich natürlich nicht. Die Vereine vertrauen auf meine absolute Verschwiegenheit."
Noch nicht so viel Angst vor der Öffentlichkeit hat die 19-jährige Carolin Daniels aus Wewer. Das junge Tennis-Ass hat sich im Doppel schon einen respektablen Platz auf der heiß umkämpften Weltrangliste der Frauen (WTA) erkämpft. "Im Einzel fehlt mir nur noch ein Punkt für die Liste", berichtet sie stolz.
Seit einigen Jahren wird sie von Marco Congia betreut. Bevor er sich selbstständig machte, arbeitete er am Paderborner St. Vincenz-Krankenhaus. "Ich lasse mich gerne von Marco behandeln. Ich habe großes Vertrauen, dass ich bei ihm in den besten Händen bin", sagt die Tennisspielerin.
Dass er mit Leistungssportlern so gut umgehen kann, liegt an seiner hohen fachlichen Qualifikation und das liegt vor allem auch daran, dass er selbst Leistungssportler war. Seiner Karriere als Triathlet hatte aber eine Verletzung an den Knien ein Ende bereitet. Aber: "Ich kann mich gut in Leistungssportler hineinversetzen. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man nach drei oder vier Trainingseinheiten Schmerzen bekommt", so der Physiotherapeut, der sich auch in Osteopathie und Manualtherapie hat ausbilden lassen. "Sportler wollen ganzheitlich betreut werden, sie wollen aufgefangen werden, wenn sie nach einer Hochleistungsphase in ein tiefes Loch fallen", weiß Marco Congia. Und: "Meine anderen Patienten profitieren davon. Viele therapeutische Kenntnisse und Fähigkeiten, die für die Behandlung von Athleten entwickelt wurden, lassen sich auch auf andere Patienten übertragen." Auch die Apparate in seiner Praxis wie Vibrationsplatten und Ultraschall-Geräte, die entwickelt wurden, Spitzenfußballer oder Leichtathleten fit zu halten, entfalteten ihre positive Wirkung auch bei allen Patienten, fügt er hinzu. "Fußballerwaden unterscheiden sich im Prinzip nicht von den Waden anderer Menschen."
Außer der italienischen WM-Mannschaft von 2006, betreute er unter anderem die Mannschaften von Kroatien und Portugal bei der EM 2008 und Spitzensportler beider Leichtathletik-WM 2009.
"Ich arbeite mit Menschen, die andere nur aus dem Fernsehen kennen", freut sich Congia, der jetzt mit seiner Frau in Holzhausen lebt. In seiner Praxis kooperiert er mit den Podologinnen Petra Bohnhoff und Sabine Rode zusammen, die eine fachgerechte Versorgung des diabetischen und des gesunden Fußes leisten. Marco arbeitet zudem mit der Hebamme Doris Meier zusammen, weil er physiotherapeutische Kinder- und Säuglingsbehandlung anbietet. Aber: "Ob Promi-Sportler oder erst ganz frisch auf der Welt: Für jeden Patienten halte ich gleichviel Zuwendung und Einfühlungsvermögen bereit", sagte Congia.